[Presse] Es bleibt beim Acker fürs neue Hallenbad

Keine Verzögerung mehr: Groko kann sich aus Zeitgründen nicht für Standortvorschlag der FDP an Forensberger Straße erwärmen.

Herzogenrath. Das möchte FDP-Fraktionschef Björn Bock jetzt Schwarz auf Weiß sehen und dazu die sogenannte Positivkarte in Augenschein nehmen, die über bergbauliche Risiken in Kohlscheid Auskunft gibt: Denn unter anderem mit Blick auf Hinterlassenschaften des einstigen oberflächennahen Bergbaus ist der Vorstoß seiner Partei im Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur (BSK) mehrheitlich abgelehnt worden, für den zentralen Schwimmhallen-Neubau außer dem bislang favorisierten und noch zu erwerbenden Acker neben Haus Forensberg an der Roermonder Straße auch das Sportplatzgelände an der Forensberger Straße zu prüfen. Weil man da größtenteils über städtisches Land verfüge und zudem keine kostenträchtige verkehrliche Anbindung mehr bauen müsse, die überdies den Verkehr auf der stark befahrenen L 232 beeinträchtige – was ja auch schon Straßen.NRW nach erster Einschätzung zu bedenken gegeben habe. So unter anderem die Argumente, für die sich Christoph Pontzen, Sprecher der FDP im BSK, während der Sitzung noch einmal ins Zeug legte. Unterstützung fand er dabei von Bruno Barth (UBL/ „aber nur, wenn die Zeitschiene stimmt“), Dr. Bernd Fasel (Grüne/„eine Anbindung mit Fahrbahnerweiterung kann leicht eine halbe Million Euro kosten“), der dabei gerne aber auch eine Sichtbarkeit von der Roermonder Straße aus gewährleistet gehabt hätte, Kai Baumann (Piraten/„die Zeit zur Prüfung sollten wir uns nehmen, gerade, wenn es darum geht, Geld einzusparen“) sowie Toni Ameis (Linke/der ebenfalls auf die Unwägbarkeiten hinsichtlich der verkehrlichen Anbindung verwies).

Doch in der SPD-CDU-Groko herrschte Einigkeit: Diverse Standorte hat die beauftragte Gutachterfirma GMF geprüft, einer ist als Favorit hervorgegangen. Da wolle man mit Blick auf den engen Zeitrahmen nicht noch eine weitere Variante unter die Lupe nehmen, sagte Dr. Manfred Fleckenstein (SPD). In vielen Beratungsstunden habe man in der Fraktion sowie mit Schulen und Vereinen den Standort Roermonder Straße eruiert, sekundierte ihm CDU-Sprecherin Renate Gülpen.

Auch das Argument der durch die Ackerbebauung schwindenden Frischluftschneise kam nicht an. In jedem Fall seien bergbauliche Untersuchungen an der Forensberger Straße nötig, informierte der Erste Beigeordnete Hubert Philippengracht. Für den Acker an der Roermonder Straße indes gebe es keine Einträge auf der Positivkarte.

„Zu bewältigen“

Und: Straßen.NRW äußere sich bei Eingriffen an einer Landstraße grundsätzlich zunächst zurückhaltend, Fachleute im Hause seien aber der Auffassung, dass eine weitere Einmündung auf der L 232 zu bewältigen sei.

Grenzwacht Pannesheide wäre sicher mit der Umwandlung ihres Rasenplatzes in Kunstrasen einverstanden, versuchten Baumann und Barth das Argument zu entkräften, dass mit dem betroffenen Fußballverein noch niemand gesprochen habe, auf dessen oft schlammigem Aschenplatz das Bad vielleicht errichtet werden könne. Barth wollte überdies die zeitliche Komponente erläutert haben, die eine bergbauliche Untersuchung in Anspruch nehmen würde. Hoch- und Tiefbauamtsleiter Herbert Haamann legte dar, dass die Prüfung zwar parallel zur Badplanung erfolgen könne, aber sicher zur Zeitverschiebung führen werde. So votierte die Mehrheit ohne Linke, FDP und Piraten schließlich für den Groko-Vorschlag, das Bad an der Roermonder Straße zu bauen. Beim Kostenrahmen verzichtete man auf eine Festsetzung auf 15 Millionen Euro, „es könne gerne billiger werden“, so Renate Gülpen. Einsparpotenzial sieht man schon mal beim Verzicht auf die von GMF angeratene Textilsauna. Dem Wunsch der Vereine, das Sportbecken statt 15 vielmehr 16,60 Meter breit zu machen, um Training und öffentliches Schwimmen parallel gewährleisten zu können, wollte sich die Groko aus finanziellen Gründen auch nicht anschließen.

Zudem soll noch das Dormagener Stadtbad besichtigt werden, das mit viel größerer Wasserfläche knapp 10 Millionen Euro gekostet hat. Es wurde im Juli 2017 eröffnet.

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